Hello World (2019)

ハロー・ワールド

Allemand Rezensionen – Hello World

Ce sujet contient des critiques courtes et longues sur le Anime « Hello World » et n’est en aucun cas le bon endroit pour des discussions générales ! Chaque message doit être une critique indépendante que tu as écrite toi-même. Chaque critique doit couvrir certains aspects essentiels : l’intrigue, les personnages et une conclusion personnelle. N’hésite pas à commenter les critiques existantes en utilisant la fonction de commentaire.
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Bei "Hello World" meint man geradezu einen Film von Makoto Shinkai vor sich zu haben, so sehr zeigen sich hier Parallelen zu Kimi no Na wa oder Tenki no Ko – sowohl was das Artwork wie auch das Charakterdesign angeht. Im Guten wie im Schlechten.

Das Personal ist überschaubar, und man erlebt Charaktere, die man nachvollziehen und mit denen man mitfühlen kann, die einem in ihrem Handeln und Denken wie echte Menschen erscheinen, ohne animetypisch übertrieben zu sein. Was jedoch das Aussehen des Personals anbelangt, könnte man meinen, Charakterdesignerin* Yukiko Horiguchi habe sich da von KyoAni inspirieren lassen; speziell was die Protagonistin Ruri Ichigyou betrifft, bei der ich ständig das Gefühl hatte, Reina aus "Hibike Euphonium" vor mir zu haben.

*Vor vielen Jahren hat sie mit KyoAni zusammengearbeitet, z.B. bei Tamako Market und Hyouka.

Storytechnisch sieht es so aus, daß eine wilde Mischung aus SciFi und tendenziell Übernatürlichem in den Alltag der Stadt Kyouto des Jahres 2027 eingreift. Was da jedoch genau und im einzelnen abgeht, ist schwer zu schildern, wenn's hier bei ein oder zwei Bildschirmseiten Text bleiben soll. Daher nur stichpunktartig und im Überblick:

Es geht um KI. Und es geht um die Virtualisierung und Visualisierung von Welten, die die Bewältigung ungeheurer Datenmengen voraussetzt und die nun möglich geworden ist. Somit hat man also, wenn man schon Vergleiche ziehen will, eine wilde Mischung aus Matrix, Star Trek und Dennou Coil. Und was man auch mit im Boot hat: es geht um Zeitreisen. Und wenn es um Zeitreisen geht, bieten sich im wesentlich zwei Herangehensweisen an, um mit diesem höchst widersprüchlichen Phänomen fertig zu werden, nämlich: man sucht sich entweder eine entsprechend ausgefeilte "wissenschaftliche" Erklärung zusammen, um dem Zuschauer das Gefühl zu geben, auf festem Grund zu stehen – so wie beispielsweise in Steins;Gate –, oder man umschifft diese Klippe souverän und unter großzügigem Ignorieren sämtlicher damit verbundenen Probleme, so wie man das in Toki o Kakeru Shoujo hat oder auch in Uchiage Hanabi. Hier hat man sich unglücklicherweise für die erste Option entschieden. Was letzten Endes aber auch egal ist, denn der Film ist derart überfrachtet mit SciFi-induzierten Storytwists und verwandten Phänomenen, daß sie ein durchschnittlicher Zuschauer beim ersten mal Sehen gar nicht alle erfassen und einordnen kann. Ein Rewatch ist daher nicht die schlechteste Idee. Es sei denn, man hätte von diesem undurchdringlichen Knäuel an Twists und wissenschaftlichen Scheinerklärungen dermaßen die Schnauze voll, daß man sich das nicht nochmal antun will.

Es gibt auf der anderen Seite aber auch einige Hinweise, daß all das nicht ganz so ernst zu nehmen ist und diese Zukunftstechnik mehr als Chiffre für all die Themen verstanden sein will, die Itou bei diesem Film am Herzen gelegen haben mochten. So etwa die Frage, was ist echt und was ist virtuell? Und: was macht das mit uns? – (siehe Dennou Coil) oder auch: wie wollen wir in Zukunft leben? Was kann Wissenschaft und was darf sie? So Zeug halt. Gern auch verbunden mit den Fragen zum eigenen Wert und eigenen Selbstbewusstsein. Einen dieser Hinweise sehe ich in der Art der Visualisierung dieser übersinnlichen Mächte und Kräfte: als einfachste und fast schon plumpe Strahlenbündel in Kindergartenfarben, sehr knallig und irgendwie grenzwertig parodistisch, fast wie in jenem Filmbeitrag, den Haruhi Suzumiya für das Schulfest produziert. Die massenhafte Einbindung von Torii [WP] tut ihr übriges dazu, um zusätzlich auf etwas Jenseitiges zu verweisen.

In rein künstlerischer Hinsicht hat man hier Bilder und Szenerien an der Grenze zu Perfektion. Sehr detailreich, mit mitreißenden Kamerafahrten, und doch nie künstlich oder steril, sondern immer von dieser Leichtigkeit und Wärme durchströmt, wie man das bislang eigentlich nur von Shinkai kennt. Was man sich aber auch hier nicht hat verkneifen können: sehr gefühlvolle Insertsongs, die im Zusammenspiel mit einer sehr gefühlvollen Szenendramaturgie die Kitschgrenze mindestens einmal reißen.

Womit ich am meisten zu kämpfen hatte, war aber nicht diese erschlagende Menge an technisch-wissenschaftlicher Zukunftsmusik, die durchaus auch das Gefühl der Beliebigkeit hinterlässt (der Verdacht liegt nahe, daß damit von der Problematik Zeitreisen bzw. Zeitsprung abgelenkt werden soll, da das diesbezügliche Großvaterparadoxon [WP] mehr Großväter hat, als dem ganzen zuträglich ist), sondern es waren vielmehr die Entwicklung gegen Ende hin, als das Sentimentale Drama einen Schwenk zu Action pur vollführt und somit den Film in zwei Teile zerlegt, die sich nicht so recht vertragen wollen – wie das oft so ist, wenn auf Action fokussiert und die innere Logik ignoriert wird. Das war bei Bakemono no Ko so, bei Hoshi o Ou Kodomo, aber auch Studio Ghibli war nicht frei davon (Neko no Ongaeshi). Was mir hier sauer aufgestoßen ist, liegt in dem Übermaß an überraschenden Entwicklungen begründet, wo ein Twist den anderen jagt, eine Art Endgegner auftaucht, der von einem noch größeren und stärkeren abgelöst wird, womit in der Folge das ganze Geschehen allmählich etwas unübersichtlich gerät.
Und schaut man sich mal an, wie unser streckenweise mit übermenschlichen Kräften begabter Protagonist Naomi sich dagegen zur Wehr setzt, bekommt man das Gefühl, einer Mahou-Shoujo-Parodie beizuwohnen.

Wem dieser ganze Schnickschnack einfach zuviel ist und ähnlich damit auf Kriegsfuß steht wie ich, dem bleibt immerhin die Freude an einer sehr schönen, gelungenen Liebesgeschichte mit gut ausbalanciertem Pacing. Sehr ruhig und sehr glaubwürdig kommt diese Entwicklung rüber, nocht so sehr mit großen Emotionen, aber mit großer Empathie. Eine ganz besondere Wohltat, vor allem, wenn man Reina aus "Hibike Euphonium" mag …

Ein weiterer Hinweis, daß Regisseur Itou sein hier konstruiertes Universum nicht ganz so ernst nimmt, könnte auch darin zu erkennen sein, wie er das Team der Wissenschaftler in Szene setzt. Denn die agieren zeitweise sehr comicmäßig, gerade mit diesem seltsamen Kasper als Leiter. Und was diese ganze Crew überhaupt anbelangt, da muss ich gestehen, daß es mir die kleine Chinesin ganz besonders angetan hat – wenn sie immer mal wieder kleine, spitze Ausrufe in ihrer Muttersprache einstreut. Einfach niedlich!
La dernière édition du sujet a eu lieu le 30.05.2024 23:40.
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