
AsaneVIP
#1Wie nicht anders zu erwarten, erzählt der Film den zweiten Teil der großen Geschichte um Kaina, Liliha und die Orbitalbäume. Der Krieg ist noch nicht lange vorbei, da bereitet man schon die Reise in das Verheißene Land, in dem Fall zum Großen Orbitalbaum vor. Da man in Atland nicht nur die Mannschaften versorgen muss, die von den balugianischen Schiffen kommen, sondern auch die Alten von der Himmelsmembran evakuiert hat, drängt die Zeit einigermaßen.
Schon in diesen ersten Minuten stellt man fest: die Atmosphäre, die dieser Film vermittelt, ist fantastisch. Sowohl hinsichtlich der Optik wie der Erzählung. Auch wenn es schade, ist, daß so viele Einzelheiten eher stichpunktartig und in kurzen, erklärenden Clips abgehandelt werden. Es herrscht eine gespannte, aber positive Aufbruchstimmung, wie das auch 1492 gewesen sein muss. Auch nun eine große Überfahrt; auch wenn das Ziel bekannt ist und von Kaina früher schon gesichtet werden konnte, doch eine Abenteuerfahrt ins Ungewisse. Mit all den vielen, guten Wünschen der Zurückgebliebenen wie "Pass auf dich auf" und "seid vorsichtig". Soviel Klischee muss einfach sein.
Zu den frühen Highlights gehören die unterschiedlichen Erwartungen und Reaktionen der Beteiligten während dieser Fahrt, sowie unvermittelte, fast absichtslose Einblicke in gewisse Details – was die technischen Möglichkeiten der Menschen, aber auch diese fremde Welt im allgemeinen angeht. So erfährt man, daß die Bäume mehr sein müssen, als bloß eine vertikale Ansammlung von Holz (der Kompass reagiert darauf) und man genießt die nette Begleitung dieser riesigen Delphin-Dino-Wale, die man in der Serie und in kleinerer Ausführung schon als Zugtiere der Atland-Kavallerie kennengelernt hat. Außerdem bahnt sich da eine Romanze an, befeuert durch sehr eigenwillige Komplimente, für die man als Mann heutzutage auf den (zumindest virtuellen) Scheiterhaufen käme.
Dann ist das Ziel schon in Sichtweite, als eine überraschende Wende eintritt. Daher ab hier Spoilertags, um die zarten Gemüter unter den Lesern zu schonen.
Zweiter Teil des Films
Der Film hat mich – gegen jede Erwartung! – mit einer stringenten und durchdachten Geschichte überzeugt, die in wohldosiertem Pacing und mit nicht allzu ausgelatschen Dialogen erzählt wurde. Am Ende noch ein wenig Ausblick auf den mühsamen Aufbau einer hoffentlich besseren Welt, und das war's dann. Hätte das bei der Serie nicht auch so sein können?
Schon in diesen ersten Minuten stellt man fest: die Atmosphäre, die dieser Film vermittelt, ist fantastisch. Sowohl hinsichtlich der Optik wie der Erzählung. Auch wenn es schade, ist, daß so viele Einzelheiten eher stichpunktartig und in kurzen, erklärenden Clips abgehandelt werden. Es herrscht eine gespannte, aber positive Aufbruchstimmung, wie das auch 1492 gewesen sein muss. Auch nun eine große Überfahrt; auch wenn das Ziel bekannt ist und von Kaina früher schon gesichtet werden konnte, doch eine Abenteuerfahrt ins Ungewisse. Mit all den vielen, guten Wünschen der Zurückgebliebenen wie "Pass auf dich auf" und "seid vorsichtig". Soviel Klischee muss einfach sein.
Zu den frühen Highlights gehören die unterschiedlichen Erwartungen und Reaktionen der Beteiligten während dieser Fahrt, sowie unvermittelte, fast absichtslose Einblicke in gewisse Details – was die technischen Möglichkeiten der Menschen, aber auch diese fremde Welt im allgemeinen angeht. So erfährt man, daß die Bäume mehr sein müssen, als bloß eine vertikale Ansammlung von Holz (der Kompass reagiert darauf) und man genießt die nette Begleitung dieser riesigen Delphin-Dino-Wale, die man in der Serie und in kleinerer Ausführung schon als Zugtiere der Atland-Kavallerie kennengelernt hat. Außerdem bahnt sich da eine Romanze an, befeuert durch sehr eigenwillige Komplimente, für die man als Mann heutzutage auf den (zumindest virtuellen) Scheiterhaufen käme.
Dann ist das Ziel schon in Sichtweite, als eine überraschende Wende eintritt. Daher ab hier Spoilertags, um die zarten Gemüter unter den Lesern zu schonen.
Zweiter Teil des Films
Sie werden von einer anscheinend hochtechnologisierten Bevölkerung erst beschossen, dann gerettet. Angesichts der kalten, funktionalen Welt wird einem natürlich auch klar, wie hier ein scharfer Gegensatz formuliert wird, der sich am greifbarsten in der Dualität der Materialien fassen lässt: auf der einen Seite eine Welt, die größere Metallressourcen nicht kennt und daher überwiegend auf Holz baut (selbst Dübel und Nieten sind daraus), und auf der anderen Seite eine Welt ausdrucksloser Hochtechnologie – einer Welt aus glattem, seelenlosen Metall. So wie 45 Jahre zuvor schon in Industria. Wo auch ein größenwahnsinniger und leicht durchgeknallter Diktator seine eigenen Vorstellungen von einer glücklichen Zukunft verfolgt.
Hier wie dort wird die Erzählung geprägt von leicht ironischen und gelegentlich auch satirischen Zügen. Daher (und weil man die Zeichen der Vergangenheit nicht zu deuten vermag) hat man auch diese beiden Comedy-Hansel als Tor- und Leibwächter eingebaut, mit der typischen Uniform der "Ostasiatischen Schwerindustrie" und sachgerecht ausgestattet mit Pickel und Spaten.
Jedenfalls, die Bildsprache ist gewaltig und erdrückend. Einige Twists grenzen zwar an Deus ex Machina, macht aber nix. Unter solchen Umständen verzeihe ich der Geschichte einiges, auch das überdeutliche Gut-Böse-Schema sowie einige logische Unsauberkeiten wie das anstandslose Erwachen elektronischer Systeme nach Jahren, wenn nicht vielen Jahrzehnten der Inaktivität. Glaubwürdig sind hingegen die Charaktere. Besonders Amarote (rechts) sticht da hervor – eine kluge Frau, die komplexe Zusammenhänge zu überblicken und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen vermag. Weniger glaubwürdig ist die spontane digitale Informationsübermittlung und das Anwenden von Lesekenntnissen, die ausschließlich aus der Lektüre von Schildern gewonnen wurden, auf die Bedienung elektronischer Systeme.
Was am Ende auch nicht fehlen darf, ist ein heroischer Entscheidungskampf im Spiel Gut gegen Böse, weil "der Zuschauer will das so". Aber zu dem Zeitpunkt ist mir das völlig egal.
Hier wie dort wird die Erzählung geprägt von leicht ironischen und gelegentlich auch satirischen Zügen. Daher (und weil man die Zeichen der Vergangenheit nicht zu deuten vermag) hat man auch diese beiden Comedy-Hansel als Tor- und Leibwächter eingebaut, mit der typischen Uniform der "Ostasiatischen Schwerindustrie" und sachgerecht ausgestattet mit Pickel und Spaten.
Jedenfalls, die Bildsprache ist gewaltig und erdrückend. Einige Twists grenzen zwar an Deus ex Machina, macht aber nix. Unter solchen Umständen verzeihe ich der Geschichte einiges, auch das überdeutliche Gut-Böse-Schema sowie einige logische Unsauberkeiten wie das anstandslose Erwachen elektronischer Systeme nach Jahren, wenn nicht vielen Jahrzehnten der Inaktivität. Glaubwürdig sind hingegen die Charaktere. Besonders Amarote (rechts) sticht da hervor – eine kluge Frau, die komplexe Zusammenhänge zu überblicken und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen vermag. Weniger glaubwürdig ist die spontane digitale Informationsübermittlung und das Anwenden von Lesekenntnissen, die ausschließlich aus der Lektüre von Schildern gewonnen wurden, auf die Bedienung elektronischer Systeme.
Was am Ende auch nicht fehlen darf, ist ein heroischer Entscheidungskampf im Spiel Gut gegen Böse, weil "der Zuschauer will das so". Aber zu dem Zeitpunkt ist mir das völlig egal.
La dernière édition du sujet a eu lieu le 12.04.2025 23:10.
Rezensionen – Kaina of the Great Snow Sea: Star Sage
